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Pledge Drive

Ja, man muss ja, wenn man schon mal in Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, ist, alle Chancen nutzen, die sich einem bieten, um groß und berühmt zu werden. Und deshalb hatte ich auch am Donnerstag meinen ersten großen Fernsehauftritt – und das live!
Kein Witz!
Die Lufthansa hat an einem so genannten Pledge Drive mitgemacht, also einer Spendensammlungshow. Und die Aufgabe der Lufthansa-Mitarbeiter (da gehöre ich zu!!!) war es, sich während dieser Show hinzusetzen und Telefonanrufe der gutmütigen Spender entgegen zu nehmen.
Ich musst ja sofort an die eine Seinfeld-Folge denken, in der Jerry in diesem tollen Hemd in der Fernsehshow auftritt und Geld sammeln soll… Groß! Ganz groß!
Ich allerdings war in ein blaues Lufthansa-Shirt gehüllt. Ich war wirklich gehüllt: Das Shirt ist amerikanische Männergröße M und für mich sogar schon eher ein langes als ein sexy Kleid (aber es war umsonst – was tut man da nicht alles :-)) – aber da wir saßen, sah man eh nicht viel von uns.
Ja, Ziel war es also, diese Anrufe anzunehmen. Wir haben auch geschlagene 3 Stunden da gesessen – und ich habe nicht einen einzigen, wirklichen Anruf bekommen. Ich war natürlich froh, dass ich nicht von irgendeinem Menschen mit einem bösen Southern Accent angerufen wurde (ich versteh die nicht die Bohne) – aber es war doch eher ein bisschen armselig. Wir musste nämlich so tun, als ob uns jede Menge Leute anrufen würden. Mussten unsere Telefone klingeln lassen und sprechen… Super!
Elke und Ken haben mich dann im Fernsehen gesehen und waren ganz begeistert: Ich wurde in Großaufnahme gezeigt – und ich sah sehr beschäftigt aus!
Nach so einem Auftritt muss ich einfach entdeckt werden!
:-)
6.6.06 02:59


Roadtrip Charleston und Savannah

Nachdem ich um 2h morgens vom Pledge Drive zu hause war, hab ich mal rasch meine Tasche gepackt, denn ich wurde gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mit auf nen Roadtrip zu kommen. Ich hab tatsächlich nachgedacht – aber wozu bin ich in Amerika? Let’s do it!
Ich hab also meine sieben Sachen gepackt – und direkt nach der Arbeit am Freitag gings los! Auf nach Charleston!
Bin zusammen mit Caterina, Jochen und Timo also ab ins Auto Richtung Osten!
Ungeschickterweise hat es Freitag mal so richtig übel geregnet – und wir haben unser Ziel nicht erreicht. Egal!
Schön ein Motel gesucht. Das ist auch echt praktisch und sehr bequem hier: An jeder Autobahnausfahrt gibt es Schilder, welche Fastfoodläden sich hinter der Ausfahrt befinden, welche Tankstellen und – richtig – was für Lodging Möglichkeiten man hat. Wir also wunderbar an irgendso einer Ausfahrt ein mehr oder minder schmuckes Motel angefahren.
Ich kam mir so ein bisschen vor, wie in einem besonders schlechten, amerikanischem Horrorfilm: Es regnet in Strömen, vier junge Menschen, ein Motel, dunkel und nur von einem flackerndem Neonlicht erhellt…
War aber kein Problem. Ist schon toll, dass man einfach nachts um halb eins da auftauchen kann und für 56$ ein Zimmer für vier Personen inkl. Frühstück kriegt.
Naja.

Charleston war nett. Ist n schönes Örtchen! Hübsche Häuser…
Sonst hat es ja keine herausragenden Merkmale. Die Mädels sind nicht, wie ich es ja erwartet hatte, in unseren Karnevalskostümen ähnlichen Kleider umhergerannt – und haben auch nicht mit Zigarettenspitzen geraucht. Das hat mich ein bisschen enttäuscht.
Aber naja 
Abends noch Richtung Savannah aufgebrochen – und die Nacht wieder in nem Motel zugebracht.
Sonntag morgen haben wir uns dann auf den Weg nach Tybee Island gemacht (angeblich soll Ben Affleck da ein Haus haben). Und hach! Ihr glaubt es nicht. Ich konnte es ja kaum glauben: Strand! Blauer Himmel, Sonne, Meer… Wow!
Wunderbar!
Haben erstmal nen halben Strandtag eingelegt. So genial!
Die Sonne war allerdings mal wieder so übel (bin schon wieder ganz weiß unterm Bikini , dass ich nach ner Stunde nen langen Pulli angezogen habe (bei 36Grad), um einen Sonnenbrand zu verhindern. Natürlich laufe ich hier nur mit Sunblocker rum. Aber trotzdem. Die Sonne ist krass!
Meer war absolut genial.
Hatte ja befürchtet, ich bräuchte was, bis ich mich ins Wasser wagen würde, aber nix. Das war so warm, war kaum ne Erfrischung!
SCHÖÖÖÖN!
Sind dann aber nach n paar Stündchen weiter (wollten ja auch nicht zu Brathähnchen werden).
Sind dann noch n bisschen durch Savannah geschlendert – auch n nettes Fleckchen!
Groß war allerdings auch mein Erlebnis an der Waterfront:
Ich lauf da so her, stehen so 5,6 Leute am Ufer und gucken aufs Wasser. Und ich sag so: „Wat is n hier los?“ und Jochen sagt ganz trocken: „Da ist ein Krokodil.“ Ich lach noch und denk mir, klar! Und dann guck ich aufs Wasser: N Krokodil!
Tja!
So kanns gehen!
Bin ja froh, dass es keine Spinne war 
Sonntag dann wieder zurück!
Viel Fahrerei – aber dafür ist ne Roadtrip ja da.
War auf jeden Fall sehr nett.
Schade nur, dass Jochen morgen nach hause fliegt, Timo am Freitag und Caterina am 18.Juni…

6.6.06 03:39


Fastfood (an mein Bruderherz)

Huhu,
nur um auf deine Frage zurückzukommen: Bisher schadet mir Fastfood nicht. Guck dir meinen Astralkörper auf Tybee Island doch mal an. Ein Traum!
Allerdings bin ich hier voll und ganz im Fastfoodfieber: Ich hab bisher einmal Nudeln mit roter Soße und einmal Macs'n'cheese "gekocht". Den Rest der Zeit esse ich ausserhalb. Die Lunchbreak verbringen wir für gewöhnlich in der Freßmeile der Mall. Ich bin schon als "Taco Bell Queen" verschrien. Seitdem ich hier bin, habe ich jeden Tag bei Taco Bell gegessen. Noch schmeckt es :-) Und der Typ hinter der Kasse kennt mich auch schon (wie peinlich!)! Das ist billig aber lecker!
Bin natürlich am WE auch großer Fan von ausgiebigem Frühstück: Seien es Waffeln oder Pancake mit Syrup und Bacon. Die Amis habens raus. Zu hause würden alle (außer dir Bruderherz natürlich - wir gehören doch zu einem Stamm) die Augen verdrehen, wenn ich Waffeln mit Bacon kombinieren würde, hier steht das so auf der Karte. Und das ist auch gut so :-)
Natürlich muss ich unbedingt Sport machen. Aber wie soll ich mich dazu ohne Theresa und Daniela durchringen?!
6.6.06 03:59


Integration – Schritt 1: Pediküre/ Maniküre

Beobachtet man die fremde Spezies, in deren Land man lebt ein wenig, fallen einem so einige Dinge auf. So lässt sich also bei den „Männern“ meines Alters (oder sagen wir es besser so: bei den „Studenten“, Männer sowie Frauen meines Alters sind hier nämlich längst verheiratet, haben nen Job und Kinder. Ist mir nicht nur einmal aufgefallen. Ist wirklich so. Krass für uns. Aber so ist das. Und vielleicht sollte sich Deutschland zumindest da auf der Suche nach Nachwuchs mal ein Scheibchen abschneiden: schnellerer Schulabschluss, schnelleres Studium, Direkteinstieg in gutbezahlte Jobs, Daycare für die Kleinen,… zumindest Akademikern geht’s hier gut!) eindeutig die Anatomie eines Brauereipferdes feststellen(Kreuz wie ein Bär, Oberarme wie Nilpferde Beine– nur tätowiert- und ne Hals wie; was für’n Hals?!). Die Damen hingegen sind sehr viel femininer als man das bei uns so auslebt (von einigen wenigen deutschen Barbiepuppen mal abgesehen). Was alle Frauen hier gemein haben, sind sorgsam pedikürte Füße und manikürte Hände. Und da ich Integration ja ganz groß schreibe, könnt ihr euch sicher denken, wohin es mich verschlagen hat: War natürlich letzte Woche mit ner anderen Praktikantin in einem dieser Läden, in denen leuchtende Neonlichter für „Nails“ werben. Kaum da machten sich auch direkt einige huddelige Asiatinnen über uns her. Pediküre – ein Traum! Man sitzt in einem Massagesessel, während die Füße in einem Blubberbad einweichen. Schöööön! Kleine Fußmassage und Eincremerei bevor dann die Nägel sorgsam angepinselt werden. (Man kriegt im Anschluss sogar die Schuhe angezogen, damit ja kein Nagellack abgeht – gut, dass ich Flipflops trage) Maniküre ist nicht so spannend – ist aber nachher extrem cool, wenn man seine Nägel über all präsentieren kann. Hab selten so gern Leuten den Weg auf nem Stadtplan gezeigt (und mit dem schön manikürten Finger den Weg nachgezeichnet).
Mit Flipflops und Hotpants (man nennt das hier „Shorts“) sehe jetzt also fast aus wie ne echte Amerikanerin. Muss mir nur noch diese leichtaffektierte Begeisterung in der Stimme aneignen… schon bewege ich mich auf dem Pfad der Integration.
13.6.06 02:45


Screen on the Green

Open Air Kino ist ja für eingefleischte Fiege-Fans (oder auch Freundinnen von Zollverein-Mitarbeitern) nicht wirklich was besonderes, doch ist es schon eine Erfahrung, mal nicht mit dickem Pulli und Regenjacke sondern allen Ernstes im Trägertop abends draußen zu sitzen 
Eine weitere Erfahrung ist es, Kultfilmen anderer Kulturen zu begegnen. Wir haben uns „The Wiz“ angesehen – eine 70er-Jahre-Version des „Wizzard of Oz“. Dieser Film scheint so was wie ein Highlight der afroamerikanischen Kultur hier zu sein : Die Hauptdarsteller sind Farbige und machen aus der ursprünglichen Geschichte ein Broadway-Musical. Für fremde Betrachter wie uns hat der Film wenig Charme. Das einzige, was mal so richtig genial war, war das Publikum. Es waren alle da, junge Leute, alte Leute, Familien mit Kindern… alle unterwegs mit mit Getränken gefüllten Coolern und Decken und Stühlen. Teilweise hatten die sogar Tische mit kleinen Lampen mit (hab ich mal erwähnt, dass die Amis spinnen?!) – sehr lustig.
Da jeder diesen Film auswendig kannte, haben alle mitgesungen – und teilweise höchst interessante Tanzeinlagen geliefert.
Hier in Amiland ein Kultfilm - für uns war eher das Drumherum ein Erlebnis.
13.6.06 03:04


Stone Mountain Park – Lasershow Spectacular

Am Wochenende stand noch ein weiters Highlight auf dem Programm. Neben Abschiedsparty für Timo in Buckhead (CJ’s Landing, Kneipe mit Livemusik - http://www.cjslanding.com/), bisschen Shopping, Fußball und Nachmittag im Garten im Minipool, haben wir einen Ausflug zum legendären Stone Mountain Park gemacht. Ein absolutes Muss für alle Atlanta-Touristen. Wikipedia beschreibt es wie folgt: Stone Mountain ist der größte freiliegende Granitfels der Welt und, nach Mount Augustus und Ayers Rock (Uluru), der drittgrößte Monolith. Seine Höhe liegt bei 513 Meter ü. NN. Stone Mountain ist nicht nur als geologische Besonderheit bekannt, sondern auch für das riesige Basrelief auf seiner Nordwand, das größte Basrelief der Welt. Es zeigt drei Persönlichkeiten der Konföderierten Staaten von Amerika: Stonewall Jackson, Robert E. Lee und Jefferson Davis. Seit etwa 20 Jahren wird nachts eine Lasershow auf das Relief projiziert.
Und diese Lasershow haben wir uns dann auch angeguckt.
Groß war schon das Einkaufen für dieses Event: Stopp bei Subway für Sandwiches, dann Stopp bei Walmart. Wir haben gekauft: einen riesigen Kühler (passen zwei Kinder rein), drei Tüten Eiswürfel, Getränke, Süßigkeiten, Chips, Cookies,… und das alles für drei Personen und einen Abend. Natürlich hatten wir auch die schon im Park erwähnten Stühle dabei (versteht sich hier wohl von selbst).
Bisschen rumgebummelt und um 21h30 gings los:
Kick back and relax on the lawn as it is transformed into a natural amphitheater for the World's Largest Lasershow Spectacular. A Stone Mountain Park signature event and an Atlanta tradition, the Lasershow combines colorful lasers, surround sound and special effects into a 40 minute light show, choreographed to popular and patriotic music.
Oh, ja! So war es dann auch. Eine riesige Show. Sehr beeindruckend (gerade an diesem riesigen Stein, der ohnehin schon beeindruckend war), Laser, Musik, Feuerwerk,…
Schon imponierend!
Besonderen Eindruck hinterlässt bei so was auf eine deutsche Touristin, die sich freut, dass sie aufgrund der Fußball-WM mal Deutschlandsocken tragen darf, natürlich wieder der amerikanische Patriotismus.
Erst liefen einige aktuelle Songs (sehr schön: It’s a beautiful day von U2) – aber dann kam es ganz dick: American Soldier, America the Beautiful, Living in America, Only in America, Independence Day, An American Trilogy, God Bless America – und Georgia on my mind.
Es ist beeindruckend, welchen Stolz die Amis auf ihr Land im Herzen tragen (und noch dazu öffentlich zur Schau stellen). In Deutschland würde man eine Veranstaltung, bei denen Loblieder auf die Soldaten, die im Krieg für ihr Vaterland kämpfen oder Lieder, in denen man ausdrückt, wie stolz man ist, Deutscher zu sein, sofort von der Polizei gesprengt – und alle Teilnehmer festgenommen.
Hier ist das völlig in Ordnung und normal.
Und irgendwie auch gar nicht nur schlecht. Ist irgendwie schön, wenn man öffentlich stolz auf seine Heimat sein kann. Man muss es natürlich nicht gleich so übertreiben, wie die Amis es tun (aber so ist das eben mit den Amis: Übertreibungen gehören zum Repertoire). Ganz nebenbei verherrlicht man natürlich einiges und ignoriert gewisse Punkte der Geschichte (siehe Bedeutung des Stone Mountain für den KKK) – aber auch dafür sind die Amis ja berühmt…
Trotz allem: sehr cool
Immerhin wissen die hier, wie man ein Spektakel initiiert.
Wenn ihr euch die Show mal angucken wollt: http://hfeimages.aristotle.net/SMP/LS%20-%20Video_lowres.mpg (ist schon beeindruckend, was das Internet alles kann).
So genug für heute! Bei Fragen oder Anregungen könnt ihr euch natürlich jederzeit bei mir melden



Und hier noch ein Bild von Elke und Ken (und den Stühlen und Cooler )
und von mir
13.6.06 03:46


Die verrückten Amis – Teil 1: Cabbage Patch Babys

Auf unserem samstäglichen Ausflug (Elke hat mich und noch drei weitere Mädels aus meinem Büro, Susanne, Caterina und Monika mitgenommen und uns mal in die Berge mitgenommen) wurden uns einige „Absonderheiten“ der amerikanischen Kultur näher gebracht. Wir haben das Babyland General Hospital der Cabbage Patch Kids (Kohlkopffeld Kinder) Cleveland, GA besucht. Soweit, so gut. Aber wenn man dann weiß, was dahinter steckt… Wow! Also, Cabbage Patch Kids sind Puppen (hässliche Puppen, aber Puppen) und in diesem Krankenhaus werden diese Puppen geboren. Man kann also dahin fahren und anstatt eine Puppe im normalen Geschäft zu kaufen, kann man ein Baby in diesem Krankenhaus adoptieren. Es gibt eine „Station“ mit Frühchen in ihren Brutkästen, es gibt die berühmte Fensterscheibe, wo die Kinder in ihren Bettchen liegen,… Highlight ist es dann, eine Geburt live mitzuerleben. Wenn es heißt “Dr. report to delivery, we have a Mother Cabbage in labor”, macht man sich auf den Weg zum Magic Crystal Tree, wo man dann live miterlebt, wie ein Cabbage Baby aus der Erde geholt wird… Die ganze Prozedur: Ultraschall (bei der Geburt, die wir miterleben durften, konnte man eindeutig erkennen, dass es ein Mädchen wird: der Bildschirm war ganz rosa), Kopf zuerst und dann nach der Geburt der Schlag auf den Po… Die anwesenden Kinder dürfen dem Neugeborenen dann einen Namen geben. Unter diesem Namen wird das Kind dann später auch verkauft.
Ich sag da nur eins: Die spinnen, die Amis!
Auch hier wieder keine Fotos: Klickt auf den folgenden Link und ihr könnt euch das ganze Krankenhaus detailliert anschauen.
Linktext
18.6.06 18:57


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